Meine erste Podiumsdiskussion

Lebenslanges Lernen

Eine Podiumsdiskussion ist etwas Spannendes. Mehrere Personen diskutieren ein wichtiges Thema, sie weisen Stärken und Schwächen auf und weisen auf Probleme hin, die eben dieses Thema hervorbringen könnte. Eine Podiumsdiskussion ist etwas Spannendes, solange man nicht im Podium sitzt. Versteht mich nicht falsch, aber man ist unter Druck, die Zeit sitzt im Nacken und man sieht dauerhaft die Menschen vor sich, die jedes deiner Worte aufsaugen. Sagst du also etwas Falsches, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Es gibt Lacher oder es herrscht auf einmal eine Totenstille.

Am vergangenen Montag saß ich in einem solchen Podium im Wasserzentrum Bitterfeld und glücklicherweise ist mir nichts davon passiert. Die Diskussion lief ruhig ab, sie war spannend, denn das Thema war relativ schwer zu diskutieren: "Lebenslanges Lernen – Arbeitest du - oder lernst du auch?".
Im Raum saßen Geschäftsführer, ein Mitarbeiter eines Pflegedienstes und ich, der die Sicht des Schülers schildern sollte. Alle Teilnehmer der Diskussion wiesen immer wieder auf einige Probleme hin, die das Konzept des lebenslangen Lernens in Frage stellten. Hier redeten wir von der Motivation hinter dem Lernen, warum man, auch im hohen Alter, sich weiterbilden sollte und natürlich darüber, dass das Wort "Lernen" als solches immer negativ wirkt.
"Gamification ist eine Möglichkeit ihre Mitarbeiter zu Weiterbildung zu motivieren", erzählte uns Heidi Werner, die als Geschäftsführerin der RKW Sachsen-Anhalt es sich zur Aufgabe gemacht hat, Firmen und Unternehmen die Vorteile der Fortbildung nahezubringen und ihnen mitzuteilen, welche Kosten dabei auf sie zu kommen.
Doch nicht nur die Bildung und das Lernen in der Arbeitswelt sollte die Thematik der Diskussion sein. Nach circa fünfzehn Minuten fragte mich der Moderator der Diskussion, Stephan Baier, er ist Moderator bei Radio Brocken, 89.0 RTL, Gymnasiallehrer, sowie Inhaber einer Veranstaltungstechnikfirma, wie es denn mit Lernen in meiner Schule aussähe, ob wir Laptop-Klassen hätten oder jeder Schüler ein Tablet. Meine Antwort war auf diese Frage natürlich allzu einfach: "Nein, leider nicht." Nach der Frage, wie es denn sonst so mit dem Lernen und den Arbeitsmethoden in unserer Schule aussieht, antwortete ich folgendermaßen: "Wie die Arbeitsmethoden an unserer Schule sind, hängt komplett vom Lehrer ab. Es gibt Lehrer, die am Anfang der Stunde den Raum betreten, den Polylux anschalten, ihre Folien auflegen und damit eine Stunde füllen. Jedoch haben wir auch Lehrer an der Schule, die hochmotiviert in den Raum reinkommen und mit Dingen aus dem alltäglichen Leben Zusammenhänge darstellen. So habe ich zum Beispiel einen Geschichtslehrer, der uns die Analyse und Interpretation von Videos mit aufarbeiteten geschichtlichem Inhalt mit Rammstein Videos beibringt. Doch es gibt leider auch Mathe Lehrer, die Merksätze aufschreiben lassen und dann die schlauen Schüler die Aufgaben vorrechnen lassen. Wie Sie sehen, ist an meiner Schule also alles vorhanden.
Nach der Besprechung davon, ob Maschinen nach und nach die Arbeiter ersetzen und wie man Fortbildungen gestalten kann, war die Diskussion auch schon schnell vorbei und sie wurde mit einer Impro-Theater Vorstellung, mit der sie auch begonnen wurde. geschlossen und ich sowie alle anderen Teilnehmer nahmen noch an einem Get Together teil, bei dem die Zuschauer den Teilnehmern der Podiumsdiskussion weitere Fragen stellen konnten.

~Jonas Venediger

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