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Ich schlug immer wieder zu

Bild: iStock.com/stevanovicigor

Ich schnupfte das weiße Pulver und spürte schon nach wenigen Minuten, wie die Wirkung einsetzte. Die nächsten 90 Minuten werden wunderbar. Mehr Selbstbewusstsein, keine Hemmungen, keine Müdigkeit und grenzenlose Euphorie, all das erwartet mich die nächsten anderthalb Stunden.

Ich sah in den Spiegel und konnte die Folgen der Einnahme ausmachen, meine Pupillen vergrößerten sich. Ich spürte wie mein Herz begann zu rasen und ich bekam das Gefühl unbedingt etwas tun zu müssen. Ich überlegte und überlegte, was ich tun kann, mit wem ich etwas tun kann, wie ich etwas tun kann, warum ich etwas tun kann – Mein Gedanken überschlugen sich, ich wusste nicht mehr, was ich vorher gedacht habe, ob ich einen Entschluss gefasst habe und wusste vor allem nicht, was ich als Nächstes tun kann. Was kann ich tun? Mit wem kann ich etwas tun? Wie kann ich etwas tun? Warum kann ich etwas tun?
Ich trat aus dem Bad hinaus in das Wohnzimmer und mischte mich unter die Leute, so viele Leute, zu viele Leute.
Warum sind sie hier? Was tun sie hier? Woher kommen all diese Leute?
Ich quetschte mich durch die Menge und versuchte mich zur Küche durchzukämpfen. Ich rempelte jemanden an und dieser verschüttete sein Bier auf mein Oberteil „Ey, was soll das du Idiot? Willst du Stress?“ Ich war sauer, er hat mich schließlich mit seinem Bier bekippt. „Boah Chill mal, DU hast mich angerempelt also beruhig dich mal.“ War das sein Ernst? Hat er das wirklich gesagt? Was heißt das eigentlich? Und was mach ich hier eigentlich? Die Küche. Ich wollte zur Küche. Ich ließ ihn einfach stehen und bahnte meinen Weg weiter zur Küche.

--90 Minuten später-

Müde. So müde. Ich will schlafen. Hier. An Ort und Stelle. Die Welt um mich herum dreht sich, mir ist schlecht, alles ist schummrig. Ich habe Hunger, Durst. Mein Magen knurrt. Meine Kehle ist trocken. Also wieder in die Küche. Zum zweiten Mal am Abend bahnte ich mir meinen Weg zu Küche. Viele waren schon gegangen, so dass ich mich nirgends mehr durchquetschen musste. Jemand rempelte mich an. „Was soll das? He? Hast du keine Augen im Kopf?“ Ich war sauer, stinksauer. Wie konnte er es wagen MICH anzurempeln? „Dein Ernst? Es tut mir leid. Spiel dich mal nicht so auf!“ Ich sollte mich nicht so aufspielen? ich schlug ihm ins Gesicht, und noch bevor er die Situation wirklich einschätzen konnte, schlug ich wieder zu und wieder und immer wieder…


Kokain – eine der bekanntesten Drogen der Welt und eine der gefährlichsten, vielleicht nicht, weil wir uns so schlimm damit zerstören wie zum Beispiel mit Chrystal Meth. Aber wir können damit andere Leben zerstören und gefährden. Kokain macht einen, nachdem die Wirkung aufgehört hat, unfassbar reizbar, wir werden aggressiv und verletzen Menschen.

Kokain ist eine Droge, die nicht auf die leichte Schulter genommen werden sollte.

William Shakespeare (Pseudonym)

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